Tipps und Praktisches für Brasilien
Reiseliteratur Wir hatten nur den "Loneley Planet" dabei. Damit liegt man eigentlich
nie falsch, wenn man auf eigene Faust durch ein Land reisen möchte. Auf anderen
Reisen haben wir auch mit "Reise-Know-How" gute Erfahrungen gemacht.
Reisen im Land
Für sehr große Distanzen bieten sich Inlandsflüge an. Am Besten
bucht man diese schon im Paket mit dem Flug nach Brasilien. Wir hatten zum Beispiel
noch einen Flug von Rio de Janeiro nach São Luís mitgebucht. Wenn
man vor Ort bucht, wird es teuerer.
Ansonsten reist man in Brasilien mit dem Bus, Bahnstrecken gibt es kaum.
Die Busbahnhöfe heißen Rodoviário. Tickets gibt es an den Schaltern
der jeweiligen Busgesellschaften. Onlinebestellungen sind schwieriger, da die
Formulare auf brasilianische Kunden zugeschnitten sind. So wird zum Beispiel eine
brasilianische CPF (Personenkennziffer) verlangt.
Die großen Reisebusse sind im Normalfall komfortabel, mit vergleichsweise
viel Beinfreiheit, verstellbaren Sitzen und Toiletten ausgestattet.
Es gibt eine ganze Reihe von Busgesellschaften, die meist nur in bestimmten Regionen
operieren. Von Campinas nach Belo Horizonte fuhren wir beispielsweise mit
Expresso Gardenia. Von Belo Horizonte nach Ouro
Preto verkehrt unter anderem
Viação
Pássaro Verde. Von Ouro Preto nach São João del Rei fuhren
wir mit
Util,
von São João del Rei nach Rio de Janeiro mit
Paraibuna.
Im Bundesstaat Ceará ist
Guanabara
die größte Busgesellschaft, die diverse Strecken bedient. Am Besten
sollte man sich am Rodoviário nach der gewünschten Verbindung erkundigen.
Wir waren auch einmal mit dem Nachtbus unterwegs, von São Luís nach
Parnaíba. Bei längeren Strecken spart man sich so die Übernachtung
und muss nicht den ganzen Tag im Bus verbringen. Auf manchen Strecken soll es
jedoch hin und wieder zu Überfällen auf Nachtbusse kommen. Im Zweifelsfall
sollte man bei der Busgesellschaft nachfragen, wie es um die Sicherheit bestellt
ist, und ggf. auf eine Tagverbindung ausweichen.
Sicherheit
Wir hatten im Vorfeld einiges über die schlechte Sicherheitslage im Land
gehört. Persönlich haben wir jedoch keine negativen Erfahrungen gemacht.
An einige Regeln muss man sich allerdings halten.
Wertsachen sollte man am Besten sicher im Hotelsafe verwahren. Abends hatten wir
nie eine Tasche dabei, sondern immer nur ein bißchen Geld in der Hosentasche.
Teuer aussehenden Schmuck sollte man besser nicht tragen, so hatten wir vorsichtshalber
nicht einmal eineArmbanduhr an.
Es soll auch sinnvoll sein, für alle Fälle ein paar Geldscheine parat
zu haben, die man bei einem Überfall schnell herausrücken kann.
Den Reisepass haben wir immer im Hotel gelassen und nur eine Kopie mitgenommen.
Wenn man mit einem Ort noch nicht vertraut ist, kann es nichts schaden, sich
in der Unterkunft über die Sicherheitslage in der Umgebung zu informieren.
Wir waren vor allem in Rio besorgt, wo es in Botafogo jedoch relativ sicher war.
In der Altstadt von São Luís hingegen sollte man sonntags und abends
vorsichtig sein.
Unterkünfte
Wir waren meist in Hotels oder Pousadas, nur in Rio hatten wir ein Hostel. Da
wir nicht vor Ort mit Rucksack bepackt auf Suche gehen wollten, haben wir alle
Übernachtungen vorher reserviert.
Viele Unterkünfte verlangen eine Anzahlung, wenn man über deren Website
oder telefonisch reservieren möchte. Der Einfachheit halber haben wir meist
über
Booking.com
gebucht, was in Südamerika recht verbreitet ist.
Hier eine
Übersicht
unserer Unterkünfte während der Reise.
Sprache
Es ist es ratsam, zumindest ein wenig Portugiesisch zu sprechen. Spanisch kann
auch weiterhelfen, aber Englisch ist nach wie vor wenig verbreitet.
Preise
Insgesamt ist Brasilien kein besonders günstiges Land. Auch scheint es eine
ziemlich hohe Teuerungsrate zu geben. Die in unserem Loneley Planet angegebenen
Preise wurden in der Realität meist deutlich überschritten.
Gesundheit
Sinnvoll können je nach Reiseziel Impfungen gegen Hepatitis A&B, Typhus,
Gelbfieber, Tollwut und Malariaprophylaxe sein. Wir hatten Malerone als Malaria-Notfallmedikament
dabei. Aktuelle medizinische Infos gibt es auch auf der Seite des
Auswärtigen
Amtes, auf jeden Fall sollte man sich rechtzeitig darum kümmern, da manche
Impfungen einige Zeit benötigen, bis der Schutz wirksam ist.
Verbreitet ist in Brasilien zur Zeit auch das Dengue-Fieber, das durch Mücken
übertragen wird. Hiergegen gibt es keine Schutzimpfung. Es ist wichtig, sich
vor Mückenstichen zu schützen. Wir haben uns meist gründlich mit
Autan eingesprüht und haben nachts einen elektrischen Mückenstecker
("repelente") verwendet.
Telefon
Eventuell kann eine örtliche Prepaidkarte fürs Handy sinnvoll sein.
Es gibt einige Telefonanbieter zur Auswahl. Wir haben bei TIM unsere Karte gekauft.
Erneut war eine brasilianische CPF (Personenkennzahl) erforderlich. Angeblich
kann man aber auch die Nummer des Reisepasses verwenden.
Einmal gekauft, lässt sich die Telefonkarte zum Beispiel in Supermärkten
wiederaufladen, die Tarife sind allerdings ziemlich hoch. Eventuell sind andere
Anbieter günstiger, wir haben es versäumt, vorher die Preise zu vergleichen.
Geld/Banken
An Geldautamaten, die nicht nur den Magnetstreifen auslesen, kann man mit der
EC-Karte Geld holen. Manchmal ist an den Automaten ersichtlich, ob sie auch mit
Chip funktionieren. Gute Chancen hat man zum Beispiel bei Automaten von Bradesco.
Ansonsten ist die Zahlung mit Kreditkarte sehr verbreitet, vor allem Visa-Karte
wird auch in kleineren Geschäften akzeptiert.
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