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Reisebericht Brasilien: Rio de Janeiro

Do, 7.4.2011
Heute stand die Fahrt nach Rio de Janeiro an. Wer wie wir in Tiradentes zusteigen wollte, wurde am Ortsrand neben dem Bahnhof abgeholt. Den modernen Reisebussen würden die Pflastersteine auf den Straßen von Tiradentes wohl nicht so gut bekommen.

Blick vom Corcovado zum Zuckerhut Die Fahrt zog sich über knapp fünf Stunden und war vor allem in den Bergen oberhalb Rios sehr kurvig. Wir passierten auch die Stadt Petrópolis. Zu Beginn des Jahres hatte es in der Gegend um Nova Friburgo, Teresópolis und Petrópolis nach heftigen Regenfällen schwere Erdrutsche gegeben.

Schließlich erreichten wir etwas früher als erwartet die Millionenmetropole an der Guanabara-Bucht. Am Rodoviário war noch kein Abholservice in Sicht, so standen wir dort zunächst etwas ratlos herum und hielten Ausschau. Nach einer Weile tauchte dann doch noch jemand mit unserem Namen auf einem Schild auf und fuhr uns per Taxi zum Hostel nach Botafogo.

Den restlichen Nachmittag war mit uns leider nicht mehr viel anzufangen, da uns noch übel war von der kurvigen Fahrt. Zum Glück hatten wir wenigstens ein Doppelzimmer gebucht, so dass wir dort einigermaßen unsere Ruhe hatten.

Fr, 8.4.2011
Morgens fühlten wir uns wieder besser und schauten uns in der Gegend um. Nach den diversen Horrorstories über die Sicherheitslage in Rio ließen wir vorsichtshalber alles im Hostel, was auch nur ansatzweise als Diebesgut in Frage kam.

Botafogo selbst hat auch einen großen Strand, wo sich allerdings nur wenige Leute verliefen. Man hat von hier einen herrlichen Blick auf den Zuckerhut, der im benachbarten Stadtteil Urca liegt. Der Stadtteil Botafogo, wo vornehmlich Angehörige der Mittelschicht wohnen, machte einen recht sicheren Eindruck. Selbst abends waren noch viele Leute auf den Straßen unterwegs, so dass man sich eigentlich nicht bedroht fühlte.

Zuckerhut in Rio de JaneiroAm Nachmittag machten wir uns zu Fuß auf den Weg Richtung Urca. Von dort führt eine Seilbahn über zwei Abschnitte zum Gipfel des Zuckerhuts. Unterwegs hat man eine herrliche, wenngleich etwas schwindelerregende Aussicht auf die Stadt und die Bucht.

Die erste Teilstrecke der Seilbahn führt zum Morro da Urca, von hier geht es mit einer anderen Seilbahn weiter zum "Pão de Açúcar". Oben tummelten sich etliche Touristen, trotzdem war es hier sehr entspannt, kaum ein Laut der lärmenden Metropole drang hier herauf.

Am Abend gingen wir ins nahe gelegene Einkaufszentrum "Praia de Botafogo", eines der größten in Rio. In den oberen Etagen des Centers gab es etliche Restaurant, wo wir unseren Hunger stillen konnten. Hier wurden offenbar sogar Geschäftstermine abgehalten, einige Leute mit Laptops waren in angeregte Gespräche vertieft.

Sa, 9.4.2011
Da im Hostel einige penetrante Mücken unterwegs waren, versuchten wir, im Supermarkt einen elektrischen Moskitoschutz zu erstehen.
Zunächst wurden wir gar nicht verstanden, da die Aussprache in Rio doch etwas anders ist als beispielsweise in São Paulo, vergleichbar mit Badisch und Hochdeutsch... "mosquito?! Ah, moschkito!" Das "repelente" gegen Moskitos war jedenfalls nicht vorrätig, schade.

Cristo RedentorFür den Nachmittag hatten wir eine Tour gebucht. Unser weiblicher Guide verbrachte die halbe Fahrt damit, die Frisur zu richten und die Schminke nachzuziehen, hatte aber auch einiges zu erzählen. Sie sprach recht gut Englisch, wenngleich der harte Akzent ihre Aussprache schwer verständlich machte.
Mit dem Kleinbus sammelten wir zunächst die anderen Mitfahrer ein und passierten dabei unter anderem die Copacabana.

Unser erstes Ziel war der Corcovado mit der berühmten Christusstatue. Der Corcovado steht im Tijuca-Nationalpark, dem größten innerstädtischen Wald der Welt, wie wir lernten. Oben angekommen mussten wir noch einige Stufen bis zur Plattform erklimmen. Am Fuße des Cristo Redentor drängten sich die Menschen. Einige knieten ins Gebet versunken vor der 38 Meter hohen Statue, andere hatten sich auf den Rücken gelegt, um besser fotografieren zu können.

Die Aussicht bei bestem Wetter war grandios, in der Ferne konnte man den Zuckerhut erkennen.

Nächster Halt war der Stadtteil Santa Teresa, sehr idyllisch auf einem Hügel gelegen. Hier gibt es viele kleine Bars und ein lebhaftes Nachtleben. Außerdem verkehrt hier die einzige Straßenbahn der Stadt. Viele Passagiere springen unterwegs auf und klammern sich von außen an die alten Wagen, was den Fahrpreis spart.

Escadaria SelaronDanach stand das Sambadrom auf dem Programm. Hier konnte man allerdings nur von außen schauen, da gerade Bauarbeiten im Gange waren. Unser Guide erklärte uns, dass das große "M" am Ende des Sambadroms nicht etwa für eine bekannte Fastfoodkette steht, sondern einen dicken Hintern symbolisieren soll (auf einen "big ass" kommt es in Rio angeblich an, da kann man noch so häßlich sein, völlig egal...). Zu dieser Story gibt es allerdings widersprüchliche Aussagen.

Im Künstlerviertel Lapa besichtigten wir die Treppe "Escadaria Selaron", die von oben bis unten mit bunten Kacheln besetzt ist.

Am Abend gingen wir wieder ins Shopping-Center zum Essen.


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