www.angela-harneit.de

Sri Lanka Reisebericht

Sonntag, 19.11. 2017: Anreise
Mit Qatar ging es von Frankfurt mit Zwischenstop in Doha (Katar) nach Colombo.

Montag, 20.11. 2017: Colombo
Tuk-Tuks Nach rund zehn Stunden Flug kam endlich Sri Lanka in Sicht, und schon im Landeanflug war zu erkennen, warum die Insel auch "die grüne Insel" genannt wird. Die Einreise ging ziemlich zügig vonstatten, und ich traf auch schon auf die ersten Mitreisenden. Am Flughafen fielen zunächst eine Reihe von Geschäften auf, die Waschmaschinen und ähnliche Elektroartikel im Angebot hatten. Das stand jetzt nicht auf meiner Einkaufsliste ganz oben...

Am Ausgang empfing uns ein Vertreter des örtlichen Reiseveranstalters und die Gruppe war bald vollständig. Mit dem Bus ging es nach Colombo, vorbei an Slums und durch den chaotischen Stadtverkehr. Hier möchte man nicht mit dem Auto oder Rad unterwegs sein. Da unsere Zimmer noch nicht bezugsfertig waren, machten wir noch einen Abstecher zum Unabhängigkeitsdenkmal, ehe wir gegen eins endlich am Hotel ankamen (OZO Colombo). Das Hotel lag am Meer, allerdings getrennt durch eine Bahnlinie. Hin und wieder kam ein überfüllter Zug vorbei, aus dessen offenen Türen auch noch waghalsig etliche Leute hingen. Und ich finde schon die Bahnen in Köln zu voll...
Nach kurzer Pause ging es mit zwei Mitreisenden auf die Suche nach etwas zum Essen. Schließlich landeten wir uncoolerweise in einem Burgerladen, da die Auswahl in der näheren Umgebung überschaubar und der Hunger groß war.

Während sich der erste Mitstreiter zur Erholung aufs Zimmer verabschiedete, wagten wir uns zu zweit in ein Tuk-Tuk. Die dreirädrigen Fahrzeuge sind in Asien weit verbreitet und sind eine Art Taxi, dazu super günstig. Der Fahrstil eines durchschnittlichen Tuk-Tuks erfordert allerdings Nervenstärke. Jede noch so kleine Lücke im dicht gedrängten Berufsverkehr wird ausgenutzt.

Unser Ziel war das Galle Face Hotel, ein traditionsreiches Hotel im Kolonialstil, in dem schon allerlei Berühmtheiten genächtigt haben. Auf der Terrasse kosteten wir auch einen Tee. Das Nationalgetränk Sri Lankas wird hier typisch englisch gerne mit Milch getrunken.

Gegen 18 Uhr fiel ich ziemlich platt ins Bett, bis 12 Stunden später der Wecker klingelte.

Dienstag, 21.11. 2017: Colombo, Sigirya
Basarviertel in Colombo Nach einem reichhaltigen Frühstück machten wir zunächst eine kleine Rundfahrt durch die Hauptstadt und einen Spaziergang im quirligen Basarviertel. Hier wurden Obst, Gemüse oder auch Fische an den Mann gebracht. Räucherkerzen sollen die Fliegen fernhalten, ansonsten wird der Fisch hier mit gutem Grund gekocht...

Im Anschluss reisten wir weiter ins Kulturdreieck um Sigirya, wo wir in Habarana das aus meiner Sicht beste Hotel der Reise hatten (Habarana Village). Dies war für die nächsten drei Nächte unsere Bleibe. Abends gab es ein leckeres Buffet, wo ich mich auch erstmals an den diversen landestypischen Curries versuchte. In den Hotels ist die Schärfe ja angeblich sehr an Europäer angepasst, trotzdem musste ich mir erst einmal die Packung Taschentücher aus dem Zimmer holen. Bin wohl eine Memme.

Mittwoch, 22.11. 2017: Polonnaruwa, Elefanten-Safari
Polonnaruwa Heute morgen fuhren wir nach Polonnaruwa,. Seit 1982 gehört der archäologische Park von Polonnaruwa zum UNESCO-Weltkulturerbe. Unterwegs trottete ein wilder Elefant am Straßenrand entlang, ein laut unserem Reiseleiter seltenes Erlebnis. Die weitläufige Anlage in Polonnaruwa erkundeten wir mit dem Fahrrad. Wir besichtigten diverse Tempel, das schwüle Wetter machte die Sache allerdings ziemlich anstrengend.

In Tempeln muss man aus Respekt barfuß laufen, Socken sind aber erlaubt. Dazu sollte man keineswegs auf die Idee kommen, ein Selfie vor einer Buddha-Statue zu machen, das steht unter Strafe. Und ein hiesiges Gefängnis möchte man wohl eher nicht näher kennen lernen. Europäer tun sich da unter anderem mit dem scharfen Essen schwer...

Törööö! Nachmittags stand eine Jeepsafari an. Auf rumpeligen Wegen - nichts für Rückengeschädigte! - ging es in den Nationalpark. Ein absolut beeindruckendes Schauspiel, wir kamen sehr nah an die Tiere heran, die sich kaum von uns stören ließen. Ein Jeep hatte sich aber dann wohl doch etwas weit vorgewagt und musste schnell das Weite suchen, da sich ein Dickhäuter gestört fühlte.

Am Abend suchten wir uns ein Restaurant im Ort Habarana, wo der Besitzer etwas in Hektik geriert mit uns offenbar überdurchschnittlich vielen Gästen. Das Essen war eher nicht die Offenbarung, trotzdem war es nett, auch mal das Hotel zu verlassen und etwas authentischer unterwegs zu sein.

Donnerstag, 23.11. 2017: Löwenfelsen von Sigiriya
Löwenfelsen von Sigiriya Heute stand die sportlichste Herausforderung auf dem Programm, der Löwenfelsen von Sigiriya. Auf dem Monolith befinden sich die Ruinen einer historischen Felsenfestung. Vor die tolle Aussicht haben die Götter allerdings den Schweiß gesetzt. Der erste Teil des Aufstieges ging zu den Wolkenmädchen. Auch hier galt: Fotografieren streng verboten! Lediglich die Replika im Museum durfte man knipsen. Zu den Felsenzeichnungen der barbusigen Damen führt eine Stahlwendeltreppe, die in der Londoner U-Bahn ausgemustert worden war, nicht so ganz Vertrauen erweckend das Ganze.

Der letzte Teil des Aufstieges führte durch steinerne Löwentatzen über eine steile Treppe direkt am Felsen entlang. Dieser Part scheint nicht gerade geeignet für Höhenängstliche. Ein paar einheimische Jungs wollen sich hier übrigens Geld verdienen mit "Anschieben" der trägen Touristen, das sie dann aber auch ziemlich vehement einfordern. Also besser ein unmissverständliches "Nein" äußern. Hierbei ist übrigens zu beachten, dass leichtes Kopfschütteln auf Sri Lanka "Ja" bedeutet.

Oben angekommen bot sich eine großartige Aussicht über den Urwald.

Der Nachmittag im Hotel stand zur freien Verfügung, hier war Erholung am Pool angesagt.

Freitag, 24.11. 2017: Dambulla, Kandy
Liegender Buddha im Höhlentempel von Dambulla Heute standen die Höhlentempel von Dambulla auf dem Programm. In der beeindruckenden Anlage gab es Buddha-Statuen in allen erdenklichen Posen zu bewundern. Auch die Deckenbemalung in den Höhlen hat mir gut gefallen. Ein Highlight waren auch die zahlreichen Äffchen auf dem Weg Richtung Parkplatz. Ganze Affenfamilien posierten bereitwillig für Fotos, andere wiederum waren ziemlich aufdringlich und man musste auf seinen Rucksack Acht geben. Die Banane hatte ich auf entsprechenden Hinweis vorsichtshalber gleich im Bus gelassen...

Affen beim Flöhe suchen...? Unterwegs machten wir Halt in einem Gewürzgarten, wo es eine kleine Führung gab. Dazu wurde ein Original-Curry gekocht und man konnte auch ayurvedische Massagen ausprobieren, die einen angeblich gleich zehn Jahre jünger wirken lassen. Das konnte ich nicht unbedingt bestätigen. Am Schluss gab es den obligatorischen Gang in den Verkaufsraum, wo ich mich auf einen zuvor probierten Gewürztee beschränkte. Im Anschluss gab es Curry vom Buffet, hier ragte geschmacklich aber nur das vorher zu Demonstrationszwecken gekochte Curry heraus.

Heutiges Tagesziel war die im zentralen Hochland gelegene Stadt Kandy. Auf den ersten Blick bestach die Stadt nicht gerade durch Schönheit, und gefühlt in jedem zweiten Laden gab es merkwürdigerweise Auto-Ersatzteile zu kaufen. Unser Hotel (The Grand Kandyan) lag auf einer Anhöhe, die nur mit Kleinbussen zu erklimmen war. Vom Dach des Hotels hatte man eine tolle Aussicht über die mittlerweile leider ziemlich verregnete Stadt.

Samstag, 25.11. 2017: Kandy
Zahntempel Kandy Heute stand der Besuch im legendären Zahntempel an, wo in einem Schrein angeblich ein Eckzahn Buddhas aufbewahrt wird. Hier herrschte reges Treiben, von besinnlicher Atmosphäre konnte keine Rede sein. Buddhisten brachten Jasminblüten und weitere Opfergaben dar, unten trommelten Mönche, während sich die Gläubigen oben am Schrein vorbeischoben.

Sogar der Elefant, der dreißig Jahre lang die Reliquie in der Prozession durch Kandy getragen hatte, kam hier ausgestopft zu Ehren.

Wir beobachteten auch ein seltsames Ritual, wo jemand eine Kokosnuss in einem Wurf zerschlagen musste, um einen Wunsch erfüllt zu bekommen. Der Kandidat scheiterte leider an dieser Aufgabe.

Nach dem Besuch des Tempels hatten wir etwas Freizeit in der Stadt und stürzten uns ins Gewühle. In einer ayurvedischen Apotheke erstand ich noch Aloe Vera Creme.

Nach kurzem Zwischenstop im Hotel stand der Ausflug zum Botanischen Garten an. Hier gab es bei ungemütlichem Regenwetter Palmenalleen, Elefantenbäume und jede Menge Orchideen zu bewundern.

Abends besuchten wir noch eine Tanzveranstaltung mit traditionellem Kandy-Tanz, was ich nicht so spannend fand.

Sonntag, 26.11. 2017: Kandy, Teeplantagen, Bandarawela
Pflückerin auf Teeplantage Heute fuhren wir durch die verregneten Berge vorbei an Teeplantagen Richtung Bandarawela. Unterwegs besichtigten wir die Glenloch Teefabrik. Hier konnten wir den Fertigungsprozess beobachten und im Anschluss eine kleine Teeverkostung machen. Ich erstand auch noch eine Packung fabrikfrischen BOP (nein, keine Problemzonengymnastik, sondern ein leckerer Broken Orange Pekoe). Danach ging es in die Teeplantage, um selbst beim Teepflücken Hand anzulegen (3 Blätter plus Spitze). Als der Reiseleiter im Anschluss meinte, wir sollten uns auf Blutegel kontrollieren, dachte ich mir zunächst nicht viel dabei, bis ich etwas später ein fieses Zwicken in der Wade verspürte. Igittigitt, da hatte so ein ekliges Vieh sich glatt an mir gütlich getan. Naja, für Blutegeltherapie kann man ja auch viel Geld ausgeben, ich hatte das immerhin umsonst mal probiert.

Das Hotel in Bandarawela (Orient) war vergleichsweise ziemlich einfach, aber angeblich mit Abstand das beste Hotel vor Ort. Zumindest stieg die Studiosusgruppe auch hier ab, was den Verdacht nahelegt, dass hier tatsächlich nichts Besseres zu haben war. Das Essen war zumindest gut, die Zimmer erinnerten mich dann aber doch an Backpacking-Trips und waren auch nur mäßig sauber.

Montag, 27.11. 2017: Bandarawela, Nuwara Eliya, Tissamaharama
Nuwara Eliya Heute führte die Reise weiter in Richtung Küste. Unterwegs machten wir Zwischenstop in Nuwara Eliya. Die Stadt im Hochland war früher ein beliebter Rückzugsort für die Engländer, mit kühlem Wetter, also fast wie zu Hause. Im Umland finden sich Häuser, die so auch in England stehen könnten und sogar eine Galopprennbahn gibt es. Negativ fielen hier die vielen Spirituosen-Geschäfte auf, wo reger Betrieb herrschte. Viel los war auch in der Markthalle, wo man Tee, Chili oder auch Fisch erstehen konnte.

Mittags kamen wir dann im Hotel in Tissamaharama (EKHO Safari) an, wo wir noch recht lange auf unsere Zimmer warten mussten. Nachittags wurde noch eine Jeep-Safari angeboten, die ich mir aber bei mäßiger Wetterlage sparte. Stattdessen drehte ich eine Runde zu einem nahegelegenen Tempel, wo ich dann allerdings auch von heftigem Regen überrascht wurde. Eigentlich wollte ich noch in der Stadt bummeln, aber daran war dann nicht mehr zu denken, bei dem heftigen Regen half auch mein Schirm nichts. So wartete ich eine Weile unter einem Vordach vergebens auf Besserung und schwang mich schließlich in ein Tuk-Tuk, dessen Fahrer mir gleich seine Deutsch-Kenntnisse zum Besten gab.

Dienstag, 28.11. 2017: Galle, Beruwela
Galle An der Küste entlang ging es Richtung Beruwela. Unterwegs gab es den ein oder anderen Fotostop, unter anderem bei Stelzenfischern. Diese hier praktizierten den Beruf allerdings gar nicht, sondern verdienten ihren Lebensunterhalt damit, als Fotomotiv zu posieren.

Einen etwas längeren Stop machten wir dann in Galle. Die Kolonialstadt - die Festung Galle wurde im Jahr 1663 von den Niederländern errichtet - hat eine sehr nette Altstadt mit vielen kleinen Geschäften.

Anschließend ging es zu unserem letzten Hotel, dem direkt am Strand gelegenen Cinnamon Bey Beruwela. Zum Abschluss gab es diesmal ein ziemlich leckeres Seafood-Essen.

Mittwoch, 29.11. 2017: Beruwela, Rückflug
Am Strand von Beruwela Am letzten Tag war Erholung am Strand geplant, was aber schon teilweise dem Regenwetter zum Opfer fiel. Außerdem mussten wir unpraktischerweise bereits mittags auschecken.

Gegen Abend wurde das Wetter dann richtig fies und es braute sich ein regelrechtes Unwetter zusammen. Beim Abendessen wurde es mit Wind und Regen so ungemütlich, dass es sogar im seitlich offenen Speisesaal zunehmend nass wurde. Das konnte ja ein lustiger Rückflug werden...

Gegen halb zehn machten wir uns dann auf den Weg Richtung Flughafen. Nach ungefähr hundert Metern allerdings versperrten schon umgefallene Bäume und herabhängende Stromkabel den Weg. Nach einigem Hin und Her hieß es zunächst, wir würden mit kleineren Bussen aus dem Ort gebracht, die die Hindernisse besser umfahren könnten. Von den Kleinbussen war dann allerdings auch nach längerem Warten nichts zu sehen, und so legten unsere Busfahrer selbst Hand an und räumten mit großem Einsatz den Weg frei. Erst drei Stunden später kamen wir endlich aus Beruwela heraus, die Weiterfahrt auf größeren Straßen ging dann besser und wir kamen gerade noch rechtzeitig am Flughafen in Colombo an.

Nach der vorangegangenen Aufregung konnte man zumindest gut schlafen, und der Rückflug verlief einigermaßen entspannt. In Deutschland fiel mir dann am Tag darauf eine kleine Zeitungsmeldung ins Auge von einem Zyklon über Sri Lanka und Indien. Da hatten wir offensichtlich die ersten Auswirkungen an unserem Abreisetag erlebt.



© 2018 Angela Harneit | Impressum