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Lissabon

Eléctrico 28Montag, 22. März 2010
Nach knapp dreistündigem Flug erreichten wir gegen Mittag die portugiesische Hauptstadt. Vom Flughafen nahmen wir den Aerobus. Dieser ist günstiger als ein Taxi, hat genug Platz für Gepäck und hält an den wichtigsten Punkten in der Innenstadt.

Unser Hotel "Sana Capitol" lag in der Nähe des Praça Marquês de Pombal. Das Hotel ist noch recht neu, das Zimmer war zwar klein, aber sauber und in reichlich stylischen Grüntönen eingerichtet. Das Frühstück gab ebenfalls keinen Anlass zur Klage, so dass wir das Hotel guten Gewissens weiter empfehlen können.
In die Innenstadt ist es von dort zwar ein Stück zu laufen, doch per Metro oder auch Bus kommt man vom Praça Marquês de Pombal überall schnell hin. Die Tagestickets sind günstig, man kauft zu Beginn eine Karte, die sich immer wieder aufladen lässt. Für die "Comboios suburbano" (Vorortzüge, zum Beispiel nach Belem) gelten die Tickets allerdings nicht, hierfür braucht man gesonderte Tickets.

Nachdem wir uns kurz frisch gemacht hatten, gingen wir zunächst zu Fuß in Richtung Innenstadt. Unterwegs steuerten wir auf der Suche nach etwas Eßbarem die nächstbeste Pastelaria an. Pastelarias gibt es in Lissabon an jeder Ecke, sie ähneln Cafes oder Konditoreien, bieten aber meist auch Kleinigkeiten zum Mittagessen an. In der Pastelaria bot sich uns auch gleich Gelegenheit, unsere im Brasilianisch-Kurs erworbenen Sprachkenntnisse zu testen. Das Ergebnis war eher ernüchternd, die portugiesische Aussprache tat ihr Übriges dazu. Da musste man sich doch erst einmal ein wenig einhören.

RossioFrisch gestärkt erkundeten wir die Innenstadt und machten am Rossio den ersten Fotostop. Hier wurden uns auch gleich ein paar bewusstseinserweiternde Kräutlein feilgeboten, was wir dankend ablehnten. Zu Fuß stiegen wir dann zum Castelo de São Jorge hinauf und genossen den Ausblick von oben.

Abends erkundeten wir dann die nähere Umgebung des Hotels, wo allerdings nicht gerade der Bär steppte. Bei einem Libanesen ließen wir den Tag mit einem guten Essen ausklingen.


Dienstag, 23. März 2010
Am Morgen machten wir uns auf in Richtung Innenstadt. Im Café A Brasileira, das in den 20er Jahren ein beliebter Künstlertreff war, tranken wir einen Galão. Dies ist die portugiesische Variante des Milchkaffe und wird in Gläsern serviert.

Beim weiteren Erkunden der Altstadt stießen wir eher zufällig auf die Kirche São Roque. Von außen wenig beeindruckend, hat das Innenleben umso mehr Prachtvolles zu bieten. Angeschlossen ist das Museu de Arte Sacra (Museum für religiöse Kunst).

Unbedingt lohnend ist auch der Aussichtspunkt Miradouro de São Pedro de Alcântara, von dem aus man die Altstadt und das gegenüber liegende Castel sehen kann.

Vom höher gelegenen Chiado gelangten wir mit dem Elevador de Santa Justa in die Baixa. Der altertümliche Aufzug wurde unübersehbar von einem Schüler Gustave Eiffels in Stahlkonstruktion errichtet.

Torre 
  de BelémMit der Straßenbahn fuhren wir gegen Mittag zum etwas außerhalb am Tejo gelegenen Stadtteil Belém. Dort besichtigten wir den Torre de Belém, eines der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt. Der am Ufer gelegene Turm aus dem sechszehnten Jahrhundert lag früher mitten im Tejo.

Ein Stück weiter flussaufwärts liegt das Padrão dos Descobrimentos. Das 52 Meter hohe Entdeckerdenkmal wurde 1960 unter dem Salazar-Regime errichtet. Per Fahrstuhl gelangt man auf die kleine Aussichtsplattform. Von dort kann man gut den riesigen Kompass sehen, der im Pflaster vor dem Turm eingelassen ist, außerdem die große Klosteranlage Mosteiro dos Jerónimos und auch das Stadion des örtlichen Erstligisten Belenenses.

Mosteiro 
  dos Jerónimos Nächster Besichtigungspunkt war das Mosteiro dos Jerónimos, eines der berühmtesten Bauwerke in der typisch manuelinischen Architektur. In der Kirche befindet sich das Grab des Entdeckers Vasco da Gama. Besonders beeindruckend ist der mit Reliefs verzierte Kreuzgang des Klosters.

Zum Abschluss drehten wir später noch eine Runde durch den Jardim Agrícola Tropical, einen kleinen Botanischen Garten, der mit seiner entspannten Atmosphäre einen guten Kontrast zum vielbesuchten Mosteiro dos Jerónimos bietet.

Abends gingen wir zum Essen ins Bairro Alto und landeten bei einem Italiener gegenüber dem Teatro da Trinidade. Während wir gemütlich unseren Wein schlürften, konnten wir vor dem Fenster die portugiesischen Einparkmethoden beobachten - nach hinten bis es rummst, nach vorne bis es rummst, passt doch...

Zu guter Letzt fuhren wir noch spontan einige Stationen mit der berühmten Eléctrico 28. Die altertümlichen Straßenbahnwagen stammen aus den 30er Jahren und sind eine Touristenattraktion. Abends ist hier wenig los, tagsüber kann es ein ziemliches Gedränge in den kleinen Wagen geben und man sollte sich vor Taschendieben in Acht nehmen.


Mittwoch, 24. März 2010
Zunächst stiegen wir erneut in die Eléctrico 28, um bei Tageslicht eine Runde zu drehen. Mühsam zuckelt die alte Bahn durch die engen Gassen der Alfama. Direkt hinter einer Kurve kommt die Bahn plötzlich ruckartig zum Stehen. Ein Lieferwagen blockiert das Gleis. Nachdem der Eléctrico-Fahrer eine Weile ungehalten geklingelt hat, kommt irgendwann der Besitzer des Hindernisses und fängt seinerseits an zu schimpfen. Bei den Mitfahrenden in der Bahn kommt nun das südländlische Temperament zum Vorschein, und Beschimpfungen prasseln auf den Übeltäter herab. Irgendwann bequemt er sich dann doch, den Weg frei zu machen und wir können unsere Fahrt endlich fortsetzen.

Garo 
  do Oriente Gegen Mittag fuhren wir per Metro zum Parque das Nações, dem Gelände der Expo 98, das etwas außerhalb am Ufer des Tejo liegt. Sehenswert ist bereits der zugehörige Bahnhof Garo do Oriente mit seiner eigenwilligen Dachkonstruktion. Der Parque das Nações war um diese Zeit recht wenig besucht, vor allem Schulklassen waren zu sehen.

Das weitläufige Gelände bietet einige Highlights, so den Pavilhão do Conhecimento, das Wissenschaftsmuseum. Dieses war allerdings von den bereits erwähnten Schulklassen derart in Beschlag genommen, dass wir uns nicht lange dort aufhielten. Absolut empfehlenswert ist hingegen ein Besuch im Ozeonarium, das eine große Anzahl an Meeresbewohnern beherbergt.
Mit einer Seilbahn überquerten wir dann einen Teil des Geländes bis zum Torre Vasco da Gama, der gerade umgebaut wurde und deshalb nicht öffentlich zugänglich war. Von dort machten wir noch einen Spaziergang entlang des Ufers in Richtung der Ponte Vasco da Gama, welche mit 17 Kilometern Länge die längste Brücke Europas ist.

Am Abend streiften wir noch durch die Alfama, wo wir in einem kleinen Restaurant einkehrten.


Rua São Pedro Donnerstag, 25. März 2010
Heute standen wir extra ein wenig früher auf, um den Fischmarkt in der Rua São Pedro in der Alfama zu besuchen. Dort angekommen, war von Fischen allerdings nicht viel zu sehen. Ein Anwohner erklärte uns, dass dieser aufgrund hygienischer Mängel schon vor Jahren von den Behörden geschlossen worden war.

Alternativ besuchten wir eine größere Markthalle, die allerdings nicht besonders gut besucht war, vielleicht waren wir auch schon zu spät dran. In einer kleinen Bar nahe des Mercado machten wir einen Zwischenstop. Außer uns waren die einzigen Gäste eine größere Horde Fliegen, weshalb wir unseren Konsum lieber auf einen Galão beschränkten.

Mit der Straßenbahn fuhren wir im Anschluss erneut nach Belém hinaus, wo wir das Museu Nacional dos Coches (Kutschenmuseum) besuchen wollten. Leider hatte dies just heute geschlossen. Angesichts eines heftigen Regenschauers retteten wir uns ins Maritimmuseum, das in einem Seitenteil des Mosteiro dos Jerónimos untergebracht ist.

Danach wollten wir noch die berühmten Pastéis de Belém kosten. Die traditionellen Puddingtörtchen werden schon seit 1837 im Casa Pastéis de Belém hergestellt. Manchmal bilden sich lange Schlangen vor der Pastelaria. Ein Besuch lohnt jedoch, die Pastéis sind lecker.

Am Abend gingen wir im Bairro Alto essen. Dort wagte ich mich an ein anderes bekanntes portugiesisches Gericht, den Bacalhau. Hierbei handelt es sich um Stockfisch, der in Portugal auf fast jeder Speisekarte zu finden ist - ebenfalls zu empfehlen.


Ponte 25 de AbrilFreitag, 26. März 2010
Mit dem Vorortzug ging es in einer knappen halben Stunde in den Badeort Cascais, etwas westlich von Lissabon an der Tejomündung gelegen. Hier gibt es einen großen Jachthafen, schöne Strände und eine nette kleine Fußgängerzone.

Empfehlenswert ist ein Spaziergang entlang der Küste in den östlichen Nachbarort Estoril. Hier befindet sich Europas größtes Casino.
Von Estoril aus fuhren wir zurück nach Lissabon und machten noch einen Zwischenstop in den Docas nahe der Ponte 25 de Abril. Hier ist in den letzten Jahren ein hippes Ausgehviertel entstanden.

Am Abend kam erneut Fisch auf den Tisch. Wir landeten in eine urtümlichem Restaurant, wo wir fast die einzigen Touristen waren.


Samstag, 27. März 2010
Per Aerobus ging es nach dem Frühstück zum Flughafen, und gegen späten Nachmittag trafen wir wieder in Köln ein.

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