Hamburg
Samstag, 3. Juli 2010

Als wir gegen eins am Hamburger Hauptbahnhof eintrafen, war dort schon allerhand
Betrieb. Heute fand das WM-Viertelfinalspiel Deutschland-Argentinien statt, und
viele drängten bereits zum großen Public Viewing auf dem Heiligengeistfeld.
Das Gedrängel wollten wir uns bei brütender Hitze allerdings nicht antun.
Wir suchten zunächst unser Hotel "Am Rothenbaum" auf, das in unmittelbarer
Nähe des gleichnamigen Tennisstadions lag. Die Verkehrsanbindung durch die U-Bahnhaltestelle Hallerstraße war bestens, dafür war es allerdings
auch sehr laut an der vielbefahrenen Rothenbaumchaussee.
Später gingen wir zu Fuß zur Alster, die nur etwa zehn Minuten entfernt
lag. An einem Steg konnten wir die Sonne genießen und wurden von einem aggressiven
Schwan bedroht, der es auf unsere Kekse abgesehen hatte.Die große Hitze
veranlasste auch einige Einheimische, Abkühlung im trüben Alsterwasser
zu suchen (gemeint ist hier nicht das Getränk).
Etwas weiter stießen wir auf einen schattigen kleinen Biergarten, wo wir
uns niederließen und das unterhaltsame Fußballspiel ansahen (4:0,
Deutschland weiter, sogar die brasilianische Verwandtschaft war entzückt).
Am Abend trafen wir uns noch mit Freunden bei einem Italiener in Lokstedt, wo
wir lecker aßen und bei dem schönen Wetter lange draußen sitzen
konnten.
Sonntag, 4. Juli 2010
Nach dem Frühstück fuhren wir zu den
Landungsbrücken.
Nahe der Überseebrücke bestiegen wir eine
Barkasse
zur "Historischen Fleetfahrt". Die zweistündige Tour führte
durch zwei
Schleusen
durch die historischen Fleete der Innenstadt bis zum
Alsterfleet,
aber auch durch die
Speicherstadt
und Teile des alten Hafens. Die Fahrt war insgesamt äußerst kurzweilig
und der Kapitän hatte viel Informatives zu berichten. Eine kleine Schrecksekunde
galt es auch zu überstehen, als wir seitlich an einem Metallpfosten entlang
schrammten und ich gerade noch rechtzeitig den Kopf einziehen konnte. Das wäre
meinem Kopf wahrscheinlich nicht gut bekommen.

Um eine Kleinigkeit zu essen, gingen wir nach der Rundfahrt ins sogenannte Portugiesenviertel
nahe den Landungsbrücken. In den zahlreichen Restaurants und Kneipen treffen
sich nicht nur Einwanderer aus Südwesteuropa.
Später waren wir mit dem Tantchen an der Alster vereinbart. Das gute Wetter
lud zum Bootfahren ein, nach der letzten Paddeltour entschieden wir uns diesmal
für die idiotensichere Variante Tretboot. Bis zum nächstgelegenen
Verleih mussten wir einen kleineren Spaziergang entlang der Alster machen. Beim
Verleih angekommen, waren leider alle Boote ausgeflogen. Bei Kaffee und Kuchen
warteten wir im angrenzenden Cafe auf einen fahrbaren Untersatz. Nach einer
halben Stunde konnten wir endlich loslegen. Schon am ersten Engpass wurden wir
von ein paar Ruderern gerammt und an die Brückenmauer geschoben ("sorry,
wir sind Anfänger"). Naja, kentern kann so ein Tretboot ja kaum, also
nichts für ungut. Später sahen wir allerdings ein gekentertes Segelboot,
dessen Insassen alle Hände voll zu tun hatten, ihren Kahn vom Wasser zu
befreien - das Ganze unter den Blicken der Spaziergänger am Ufer. Nach unserer
einstündigen Paddeltour gab es bei Tante & Co noch lecker zu essen.
Auf dem Rückweg zum Hotel machten wir unterwegs noch Station im "Alstercliff"
und gönnten uns noch ein Gläschen Wein.
Montag, 5. Juli 2010
Nachdem wir unser Gepäck im Schließfach verstaut hatten, machten wir
uns bei schönem Sonnenschein zu Fuß auf den Weg. Über das
Chilehaus
ging es in Richtung Speicherstadt und
HafenCity.
Hier hatte sich seit unserem letzten Besuch schon wieder einiges getan, auch wenn
nach wie vor viel Baustelle ist. Auch die vielgescholtene
Elbphilharmonie
scheint langsam Gestalt anzunehmen.

Später statteten wir dem
Museums-U-Boot
einen Besuch ab, das seit kurzem am St. Pauli Fischmarkt liegt. Noch geht es am
neuen Liegeplatz etwas provisorisch zu, was sich jedoch in absehbarer Zeit ändern
soll. So gab es keine Möglichkeit, Taschen oder Rucksäcke abzugeben,
was im beengten U-Boot doch recht unpraktisch war. Wir machten eine halbstündige
Führung mit, was empfehlenswert ist, da man so einige zusätzliche Informationen
erhielt und auch die Kommandobrücke besuchen konnte. Am Ende war man aber
auch froh, wieder an die frische Luft zu kommen. Schwer vorstellbar, wie es die
Besatzung bis zu achtzig Tage in einem solchen Kasten ausgehalten hat.
Danach spazierten wir noch etwas weiter zum
Altonaer
Balkon, einem Aussichtspunkt nahe dem Altonaer Rathaus. Leider verfinsterte
sich das Wetter nun zusehends. So tranken wir nur noch schnell einen Cafe am Elbufer,
da an Sonnegenießen nicht mehr zu denken war. Danach fuhren wir zum Bahnhof
zurück und schafften es gerade noch, trockenen Fußes in den Zug zu
steigen - gutes Timing.